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Fachkräfteaustausch

2000: Fachkräfteaustausch

März 21, 2000, Author: KNNKT

Fünf Betreuerinnen von Menschen mit Behinderungen aus Südafrika nahmen an einem trägerübergreifenden Fachprogramm teil, dass das Deutsche Jugendherbergswerk zusammen mit verschiedenen Jugend- und Pflegeeinrichtungen im Sommer in Düngenheim/Rheinland-Pfalz veranstaltete.  Im Wohn- und Pflegeheim St. Martin erlebten die Mitarbeiterinnen der Behinderteneinrichtung „Cape Mental Health Society“ aus Kapstadt, wie Behindertenpflege in Deutschland aussieht.

„Man kann sehr viele Anregungen mit nach Südafrika nehmen“, sagte eine Teilnehmerin aus Kapstadt am Ende des neuntägigen Fachprogramms. Und das hatten sich die Fünf davon auch versprochen. Sie wollten in Deutschland andere Strukturen und neue Wege in der Behindertenhilfe kennen lernen und diese in die eigene Arbeit in Südafrika integrieren. Gelegenheit dazu hatten sie vor allem im Wohn- und Pflegeheim St. Martin in Düngenheim, wo die Frauen Einblicke in die verschiedenen Einrichtungen und im Umgang mit den Behinderten erhielten, sich mit den deutschen Kolleginnen und Kollegen austauschten und auch selbst mitarbeiteten.

Auf dem Programm stand auch die Besichtigung der behindertengerechten Jugendherberge Oberwesel, die großes Interesse bei den Südafrikanerinnen hervorrief. Auch das von der Jugendreiseorganisation „transfer e.V.“ organisierte Kulturprogramm, zum Beispiel das Sommerfest in Königswinter, kam bei den Teilnehmerinnen gut an. Hier wurden unter anderem Spenden für die Behinderteneinrichtung „Cape Mental Health Society“ in Kapstadt gesammelt.
Sehr zufrieden waren ebenfalls die deutschen Träger des Fachprogramms, die sich aus dem DJH, „transfer e.V.“, dem Wohn- und Pflegeheim St. Martin und der Kinder- und Jugendhilfe St. Hildegardishaus zusammensetzten. Sie sahen im Fachprogramm die Möglichkeit, gemeinsam neue Wege zu gehen und den Teilnehmerinnen ein breites Spektrum an fachlichen Informationen und menschlichen Kontakten zu vermitteln.

Die Kooperationspartner haben auch schon Pläne, auf dem gemeinsamen Weg in der Behindertenpflege weiter zu gehen: „Es ist geplant, eine oder zwei südafrikanische Betreuerinnen für zwei bis drei Wochen in St. Martin zur Hospitation einzuladen. Sie werden in einem der Arbeitsfelder Schule, Werkstatt oder Tagesförderstätte eingesetzt. Die Betreuer und Hospitanten planen und gestalten zusammen mit einer Behindertengruppe einen Jugendherbergsaufenthalt in Oberwesel. Für das Jahr 2001 ist dann eine Hospitation einer deutschen Betreuerin in der südafrikanischen Einrichtung vorgesehen“, verrät Beckmann.